Dienstag, 8. Juli 2008
Beinsetzung
Gestern fuhr ein Nachbar im Rollstuhl an mir vorbei, "Guten Tag!", "Hallo, guten Tag!", und ich fragte mich im, übrigens fiebertrunkenen, Weitergehen, ob man amputierte Gliedmassen oder entfernte innere Organe ebenso bestatten sollte wie den Körper nach seinem Tod. Schließlich gehört das ja alles zusammen und nicht das eine zu den Klinikabfällen, das andere zu lächerlich hohen Preisen in aller gesetzlich geregelten Ordnung und Rechtschaffenheit würdig beigesetzt.
Wie mag so eine Beerdigung auf Raten aussehen? Was sagt der oder die SeelsorgerIn, oder kommt er/sie erst gar nicht, und was steht auf dem Grabstein?
Ich habe den amputierten Nachbarn nicht nach seiner Ansicht gefragt, um ihn nicht zu deprimieren. Er empfindet sicher auch Jahre nach der Amputation eine lebhafte Sehnsucht und wohl auch Schmerz.
Aber wäre gerade deshalb eine Teilbeerdigung nicht angemessen?

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