Mittwoch, 15. Februar 2006
Arbeitszeit, Lohn


Wir streiken für längere Arbeitszeit und weniger Lohn! Äh...

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BLENDA
Hi hi... IKEA ist überall!

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Bundesbeamte
Für Bundesbeamte wurde heute ab 01.03.06 eine wöchentliche Arbeitszeit von 41 Stunden beschlossen. Das sind dann mit Angestellten bei einer Arbeitszeit von 39 Stunden/Woche /nur/ 12 Arbeitstage im Jahr, die mehr zu arbeiten sind. Ist doch toll, oder?

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Es ist zum Kotzen. Es ist irrsinnig. Aber wen interessiert das schon...

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Es ist alles vollkommen absurd. Auch das ist ein Ziel der Streiks – wieder zu dem Verfahren zurückzukehren, das jahrzehntelang üblich war, nämlich dass die Arbeitgeber zuerst mit den Gewerkschaften die tariflichen Bedingungen für die Angestellten aushandeln und die dann im Prinzip auf die Beamten übertragen. Heute läuft es ja mittlerweile umgekehrt – die Arbeitgeber diktieren willkürlich die Bedingungen für Beamte und wollen das dann auf den Angestelltenbereich übertragen. Die Gewerkschaften als Verhandlungspartner für die Angestellten werden nicht mehr gefragt.

Mal ganz abgesehen von der Frage, wie Arbeitszeitverlängerung und Massenarbeitslosigkeit zusammenpassen soll, oder wie man sich vorstellt, dass sich das auf die Motivation und Arbeitsleistung der Leute auswirkt...

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Motivation
Ich habe an fast allen meinen bisherigen Arbeitsplätzen festgestellt, daß viele Kolleginnen und Kollegen weniger für den Arbeitsgeber oder für den Kunden zu viel arbeiten, sondern aus Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen. Wenn ich krank werde, denke ich auch nicht an die möglichen Verluste, die die Firma machen könnte, sondern an die Mehrarbeit, die die Kollegen dann haben.
Jemand antwortete mir auf meinen Bericht, wie sehr sich manche Kunden bei mir das Herz ausschütten, daß diese nichts davon hätten, ihre Lage als Wirkung gesellschaftlicher Mißstände zu verstehen, wie ich es ja gerne sehen würde; es würde, schrieb er, ihre Ohnmacht noch vergrößern, zu begreifen, daß das "System" schuld sei (das gilt, wie ich immer wieder erfahre, als unangreifbar und für die meisten ohne Alternative); und daß solidarische Zusammenschlüsse nicht von denen geschaffen werden können, die ihre Interessen über das Gemeinwohl stellen.

Was tun? Gründet ein, zwei, viele Streiklokale? ;-)

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Ohnmacht

Mit der Ohnmacht hat er dann aber, denke ich, Unrecht. Wer die wesentlichen Ursachen der sich weiter vergrößernden Schieflage noch nicht selbst im »System« erkannt hat, der sucht sich doch fast zwangsläufig die falschen Ursachen. Es bleibt ja nicht bei einer harmlosen »Ohnmacht«, die sich dann irgendwie mit den Missständen abfindet, sondern es werden dann Schuldige anderweitig gesucht und mit Vorliebe in Fremden und »Sozialschmarotzern« gefunden.

Der Trick ist, das womöglich beim Individuum mit der Erkenntnis noch verstärkte Gefühl der »Ohnmacht« in einen Antrieb zur Organisation in einer Bewegung zu kanalisieren, die ihrerseits dadurch wirkmächtig werden würde... aber ich fürchte, die Idee ist jetzt nicht ganz neu ;-)

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Ich fürchte, Du gehst von einem zu hohen Standard des Bewusstseins aus (und zu starkem Selbstbewusstsein, oder nenn es "Hoffnung"); und es ist nicht gesagt, daß die Menschen, deren Bewusstsein nicht links genug ist, unbedingt auf den "Schmarotzer" sauer werden. Wobei das Linke auch können: faschistoide Tendenzen haben.

Ich erlebe hier durchaus Resignation ohne Wut, und Resignation mit gelegentlicher Wut gegen sich selbst.

Die Wut anstacheln würde viell. zu gewissen Reaktionen führen, aber die sah man ja auch in Folge der russischen oder chinesischen Revolutionen ausbrechen... Ich werde hier keine Wut entfachen helfen, es funktioniert nicht "richtig". Und es funktioniert trotzdem alles irgendwie. Das ist so erschreckend - daß trotzdem alles funktioniert. Das ist wirklich erschreckend.

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