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Freitag, 7. Januar 2005
wednesday, 16:31h
Dem vollkommen wahrhaften Menschen haftet meist etwas Pendantisches, zuweilen etwas Schrullenhaftes, gelegentlich sogar etwas Bösartiges an, so daß man sich seiner hohen Tugend so recht von Herzen doch nicht erfreuen kann. Denn wie destilliertes Wasser nicht nur fade schmeckt, sondern auf Dauer nicht einmal den Durst zu stillen vermag, und etlicher, im chemischen Sinne verunreinigender Bestandteile dringend bedarf, um überhaupt genießbar zu sein, so muß in der menschlichen Seele dem Reinen etwas Trübes, dem himmlischen Element ein iridisches, wenn nicht gar teuflisches, und somit auch der Tugend aller Tugenden; der Wahrhaftigkeit ein leiser Hauch von Lüge beigemischt sein, damit die edle Eigenschaft nicht nur zu ideeller Entfaltung, sondern auch zu fruchtbarer Wirkung in die Welt gelangen könne.
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