| Lehmann |
|
Dienstag, 26. Juli 2005
Archäologie
palatine, 12:59h
Von tausend Erfahrungen, die wir machen, bringen wir höchstens eine zur Sprache, und auch diese bloß zufällig und ohne die Sorgfalt, die sie verdiente. Unter all den stummen Erfahrungen sind diejenigen verborgen, die unserem Leben unbemerkt seine Form, seine Färbung und seine Melodie geben. Wenn wir uns dann, als Archäologen der Seele, diesen Schätzen zuwenden, entdecken wir, wie verwirrend sie sind. Der Gegenstand der Betrachtung weigert sich stillzustehen, die Worte gleiten am Erlebten ab, und am Ende stehen lauter Widersprüche auf dem Papier. Lange Zeit habe ich geglaubt, das sein ein Mangel, etwas, das es zu überwinden gelte. Heute denke, daß es sich anders verhält: daß die Anerkennung der Verwirrung der Königsweg zum Verständnis dieser vertrauten und doch rästelhaften Erfahrungen ist. Das klingt sonderbar, ich weiß. Aber seit ich die Sache so sehe, habe ich das Gefühl, das erstemal richtig wach und am Leben zu sein.
Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon ... comment
onra,
Mittwoch, 27. Juli 2005, 10:07
... es klingt nach weiterlesen ...
... link ... comment |
Online for 7952 days
Last update: 2006.08.01, 22:05 status
You're not logged in ... login
menu
search
calendar
recent updates
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||