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Donnerstag, 1. Dezember 2005
Durchblicker
wednesday, 21:36h
"Gerade am katastrophischen Ende der Modernisierung ist der Zustand der Gesellschaftskritik freilich ein beklagenswerter. Und das hat keineswegs bloß mit Mißverständnissen zu tun. Insofern nämlich die (linke oder linksradikale) Gesellschaftskritik in Gestalt der diversen Marxismen, Anarchismen etc. selber eine »Identität« war, als solche empfunden und dargestellt wurde, war sie immer auch schon ihr eigenes heimliches Dementi.
Wenn der Bezug auf etwas, das man abschaffen bzw. überwinden will, als positive Identität erscheint, dann ist das ein logischer Selbstwiderspruch. Das heißt dann nämlich, daß zusammen mit dem sorgsam gehaßten (oder vielmehr haßgeliebten) Gegenstand auch die ebenso sorgsam aufgebaute, gehegte und gepflegte positive Identität und das eigene identitäre Selbstbewußtsein (als Kritiker, Linksradikaler, Besserwisser und Drübersteher) an ihr Ende kämen. Das darf natürlich nicht sein, und deswegen muß gerade der böse Kapitalismus ewig leben, damit er auch ewig identitär kritisiert und bekämpft werden kann im satten Selbstbewußtsein als guter Mensch, Revolutionär, Tribun, theoretischer Durchblicker, elitärer Kulturkritiker usw. (insofern dem schon von Nietzsche aufgedeckten vampirischen Verhältnis der christlichen Nächstenliebe zum Elend der Welt nicht ganz unähnlich)." R. Kurz, Null-Identität. Aus: Identität und Wahn, Edition Tiamat, S. 56 - 57 ... link (0 comments) ... comment Information
wednesday, 17:11h
Eine Pressemitteilung und ein Gesundheitsreport 2005.
Seltsam, wer nicht in Arbeit und stattdessen regelrecht arbeitslos ist, kann auch krank werden, sogar noch eher als der Erwerbstätige. Diese Bezeichnungen übrigens, nein wirklich, sie sind ... link (1 comment) ... comment ... older stories
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