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Sonntag, 21. August 2005
Sei froh, daß!
wednesday, 09:39h
Da draußen stehen Tausende auf der Straße, die würden deinen Job für die Hälfte machen.
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wednesday,
Sonntag, 21. August 2005, 09:42
Dominanz des neuzeitlichen Arbeitsbegriffs
Ausschnitt: Ralf Dahrendorf fragte auf dem Soziologentag 1982: "Wie bestimmt sich eigentlich die soziale Identität von Menschen, wenn sie sich nicht mehr durch ihren Beruf beschreiben können?"
Vielfach verfolgt man das Ziel, die Dominanz des neuzeitlichen Arbeitsbegriffs aufzubrechen und Lebensweisen, die nicht durch lohnabhängige Arbeit strukturiert sind, "zivilgesellschaftlich" aufzuwerten. Auf verschiedenen theoretischen Wegen gelangen Soziologen wie Ulrich Beck, Michael Opielka und Wolfgang Engler zu der Forderung eines "Bürgergelds", einer "Grundsicherung" - eines Instruments also, das mit der freien Marktwirtschaft, in der Arbeit den "wahren Maßstab des Tauschwerts aller Güter" darstellt (Adam Smith), kaum vereinbar ist. Dahinter steht der fast etwas hilflos wirkende Antrieb, der letztlich unüberwindbaren Grausamkeit des Gegensatzes zwischen Arbeitenden und Arbeitssuchenden mildernd abzuhelfen. Dem entsprechen auf beiden Seiten kulturelle Aufweichungsambitionen. Dem seriellen Regiment, das im täglichen Gang zur Arbeit besteht, wird individueller Lebenssinn entgegengestellt, schließlich denkt der Arbeitsplatzinhaber nicht unablässig an Geld, Pflicht und seine ökonomische Rolle, sondern auch an Inhalt und Erfüllung. Das Glück der Arbeit, seit der Aufklärung beschworen, hat seinen Extremtypus in den Glanzzeiten der New Economy gefunden, die notorische Formen der Identifizierung von Leben und Arbeit produziert hat. Eine andere Lösung ist es, als Büroangestellter Tätigkeit nur vorzutäuschen, wie es die Französin Corinne Maier in ihrem Bestseller "Bonjour Paresse" ("Die Entdeckung der Faulheit") vorgeschlagen hat. Auffällig häufen sich auch die komplementären Vorhaben, das Unglück des Nichtstuns in ein Lob desselben umzumünzen, (...). Doch all das riecht ein wenig nach Ästhetisierung des Mangels durch die höheren Stände, die dann doch immer ein paar "Projekte" laufen haben. Ein entlassener Industriearbeiter kann damit nichts anfangen, und die neuen Fronten in der Gesellschaft kann man so auf Dauer nicht verstellen. ... link ... comment |
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Last update: 30. Aug, 18:49 status
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