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Mittwoch, 23. Februar 2005
Paduk
wednesday, 18:33h
"(...) In das letzte Schuljahr fiel auch Paduks plötzlicher Aufstieg. Obschon er dem Anschein nach bei allen unbeliebt war, hatte sich ein kleiner Hofstaat, eine kleine Leibgarde zu seiner Begrüßung versammelt, als er sacht an der Oberfläche auftauchte und ebenso sacht die Partei des Durchschnittsmenschen gründete. Jeder seiner Anhänger hatte irgendein Gebrechen oder «unterschwellige Labilität», wie ein Pädagoge es nach einem Glas Obstsaft vielleicht ausdrücken würde: Der eine Knabe litt unausgesetzt an Furunkeln, ein anderer war krankhaft schüchtern, ein dritter hatte unabsichtlich seine kleine Schwester enthauptet, ein vierter stotterte so stark, daß man hinausgehen und sich eine Tafel Schokolade kaufen konnte, während er sich mit dem B oder P eines Wortanfangs abplagte: Niemals versuchte er, das Hindernis zu umgehen, indem er sich auf ein Synonym verlegte; wenn dann schließlich die Explosion erfolgte, erschütterte sie seinen ganzen Körper und besprengte den Gesprächspartner mit triumphierendem Speichel. Ein fünfter Jünger war ein etwas anspruchsvollerer Stotterer, da sein Sprachfehler die Form einer zusätzlichen Silbe annahm, die dem gefährlichen Wort als eine Art zaghaftes Echo folgte. Den Schutz übernahm ein fauler, affenhafter Jüngling, der mit siebzehn immer noch nicht das Einmaleins konnte, dafür aber imstande war, einen Stuhl hochzustemmen, auf dem ein anderer Schüler, der dickste Zögling der Schule, majestätisch thronte. Niemand hatte bemerkt, wie sich diese ziemlich zusammengewürfelte kleine Schar um Paduk versammelt hatte, und niemand wußte zu erklären, was Paduk eigentlich die Führerrolle verschafft hatte.(...)"
Herr Nabokov, Das Bastardzeichen ... link (0 comments) ... comment ... older stories
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