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Dienstag, 15. März 2005
Rechtspopulismus und Wohlstandschauvinismus
wednesday, 14:45h
(...) Der Zusammenhang, der nach den Überlegungen zur Selbst- Verdinglichung am meisten interessiert, ist der mit den Typen von Gewalterfahrungen. Es zeigt sich in der Tat eine Affinität zwischen Rechtsorientierung und »Schläger«- sowie zwischen reiner Ausländerablehnung und »Kämpfer«-Typus. Die »Toleranten« sind am ehesten »Vermeider«. Umgekehrt gilt: die »Schläger« sind überwiegend Rechts-Populisten, aber auch noch zu einem großen Anteil reine Ausländerfeinde, die »Kämpfer« tendieren überproportional zu dieser zuletzt genannten Gruppe. Rechts-Populismus ist eine Haltung, in der alles bejaht wird, was rechtsradikal klingt, darunter auch die ausländerfeindlichen Äußerungen. Das deutet auf Provokation und einen stark »expressiven« Charakter solcher Aussagen. Dagegen erscheint die »reine« Ausländerfeindschaft gezielter und instrumenteller. Man kann diese letzte Haltung als »Wohlstands-Chauvinismus« (Eike Hennig) identifizieren. Das nämlich ist die Größe, in der sich Rechts-Populisten wie reine Ausländerfeinde am deutlichsten von den »Toleranten« unterscheiden: wem die staatlichen (und kommunalen) Sozialleistungen zustehen sollen. In beiden Typen sollen Sozialleistungen nicht einfach allen zustehen, die hier leben, sondern nur Österreichern oder gar »echten und anständigen Österreichern«. Es geht also um den lange genug als gefährdet dargestellten Sozialstaat und um die Konkurrenz um seine Leistungen. (...)
H. Steinert, I. Karazman-Morawetz,"Gewalterfahrungen Jugendlicher", hier am Beispiel Österreichs, aus: "Rechtsradikale Gewalt im vereinigten Deutschland, Jugend im gesellschaftlichen Umbruch", Schriftenreihe Band 319, Bundeszentrale f. politische Bildung, S.153 ... link (0 comments) ... comment ... older stories
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