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Samstag, 12. März 2005
Entwicklungspsychologie
wednesday, 17:02h
In einer abschließenden Bewertung der These »Antiautoritäre Erziehung erzeugt Rechtsextremismus/-radikalismus« läßt sich folgendes Fazit ziehen: Erziehungswissenschaftlich ist diese These nur unter Verzicht auf den erreichten disziplinären Erkenntnisstand zu halten. Sie überfrachtet die Erziehungswissenschaft einerseits mit (Verursachungs-) Zurechnungen und Zumutungen, die einer aufgeklärten (sozial-) wissenschaftlichen Analyse keinesfalls standhalten, und andererseits mit Problemlösungserwartungen, die so nur aus einer verkürzten Analyse der multifaktoriellen Problemgenese resultieren können. Wie immer man sich der These der pädagogischen Verursachung rechtsextremen/-radikalen Verhaltens nähert, sei es aus erziehungswissenschaftlicher, entwicklungspsychologischer oder soziologischer Perspektive, sie erweist sich immer als theoretisch unterkomplex und damit als inadäquat.
Insofern bleiben auch die »Therapie«- Vorschläge der Erziehungskritiker angesichts der unmittelbar anstehenden Handlungsanforderungen merkwürdig indifferent: »Plädoyers für Autorität«, »Mut zur Erziehung« oder auch »Verurteilung zur Erziehung« verweisen auf eine bessere Zukunft, die über Erziehung der heutigen Kinder, die morgen Erwachsene sein werden, hergestellt werden soll. Daß es früher nicht richtig gelaufen sei, das sei, so sagen die Kritiker, zu konzedieren, aber diese Fehler sollen ja mittels besserer Erziehung künftig vermieden werden. Roland Merten, "Erziehung - Rechtsextremismus - Gewalt", aus: "Rechtsradikale Gewalt im vereinigten Deutschland, Jugend im gesellschaftlichen Umbruch", Schriftenreihe Band 319, Bundeszentrale f. politische Bildung, S. 143. Anmerkung: Lt. der Analyse Mertens spricht gegen die These, die antiautoritäre bzw. emanzipatorische Erziehung hätte die Entwicklung der jetzigen jugendlichen Rechtsradikalen begünstigt a) die autoritäre Erziehung, die die alten Nazis erduldeten, sowie b) die autoritäre Erziehung, die die Menschen in der DDR erlebten. ... link (0 comments) ... comment Die Herzen der Männer
wednesday, 16:56h
Ein ökonomisches System wie unseres funktioniert nur, wenn man die Menschen unter Kontrolle hat und sie Arbeiten verrichten läßt, die sie hassen. Um das zu erreichen, muß man ihre Köpfe mit biblischem Unsinn über Unzucht jeder Art vollstopfen. Man muß dafur sorgen, daß sie jung heiraten, also sehr früh Frau und Kinder haben. Sobald ein Mann eine Frau und zwei kleine Kinder hat, wird er das tun, was man ihm sagt. Er wird gehorchen. Und darauf zielt die gesamte Männerrolle ab. (Gore Vidal, 1980)
B. Ehrenreich, Die Herzen der Männer Anmerkung: In dem Buch geht es um die Rolle des Mannes im US-amerikanischen Alltag und Kapitalismus aus feministischer und marxistischer Sicht. ... link (10 comments) ... comment ... older stories
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