|
... newer stories
Freitag, 24. März 2006
Menschenabfall
wednesday, 18:11h
(...) In vielen Fällen hat die mißhandelnde Mutter geltend gemacht, sie habe die Spuren von Verwahrlosung am eigenen Kind verborgen, weil das Jugendamt keinen Grund bekommen sollte, ihr die Fürsorge zu entziehen, die freilich selbst nur in Grausamkeiten bestand. »Kindererziehung« wird hier offenbar als völlig entfremdete, von außen auferlegte Pflicht empfunden und erscheint als ebenso frustrierend und heteronom wie der »Beruf«.
Da es als Selbsterniedrigung wahrgenommen würde, die Unfähigkeit zur Empathie samt ihrer blutigen Folgen öffentlich zu machen, werden die Opfer der eigenen Gefühlsarmut erneut geschlagen, weggesperrt und schließlich ausgehungert: Lieber ein totes Kind im Kühlschrank als ein weinendes an der Hand. Dazu paßt, daß die Eltern besonders aggressiv auf spontane Lebensäußerungen ihrer Kinder reagierten. Die Eltern von Jessica schlossen ihre Tochter ein und hungerten sie zu Tode, nachdem sie in ein Alter gekommen war, das es ihr erlaubte, autonome Wünsche zu äußern und die ersten eigenen Schritte zu gehen. In der Folter, die Karolina über sich ergehen lassen mußte, kommt der sadistische Wunsch zum Ausdruck, die eigenen Kinder (von der herrschenden Familienideologie als »unsere Zukunft« glorifiziert) mögen so tot, zum reglosen Ding verstümmelt sein, wie man selbst sich nur fühlt.(...) Textausschnitt konkret , "Menschenabfall" von Magnus Klaue, Heft 04/2006, S. 39. ... link (1 comment) ... comment ... older stories
|
Online for 7954 days
Last update: 30. Aug, 18:49 status
You're not logged in ... login
menu
links
search
calendar
recent updates
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||