Freitag, 20. Januar 2006
Hoffnung für 19,80 Euro
Auf die Frage, wo denn die Ratgeberliteratur für Arbeitslose stehe, sagt die junge Verkäuferin: "So was gibt es bei uns nicht." Auf Nachfrage erklärt sie: "Naja, wir verkaufen unsere medizinische Literatur ja auch nicht unter der Rubrik ,Unheilbare Krankheiten‘. Schauen Sie mal bei Karriereplanung und Bewerbungen".

Lustig ist auch der Rest des Artikels. Wundert mich übrigens, daß er in der SZ steht, schließlich geht's da um eine Art Kapitalismuskritik...

... link (0 comments)   ... comment


roommate
Alle Zimmer sind Wartezimmer.

... link (0 comments)   ... comment


Sonntag, 15. Januar 2006
Jelinek
In einem Essay analysierte sie Udo Jürgens Liedtexte als »religionssurrogat« und kam zu dem Schluss, dass Schlager und Faschismus einander bedingen. Jürgens arbeite an der »verewigung des herrschenden elends«, kritisierte sie. »udos zuhörer kommen jedenfalls nicht auf die idee selber was in die hand zu nehmen außer einen aktendeckel im büro.«

... link (1 comment)   ... comment


Freitag, 13. Januar 2006
Fritz Mauthner
Will ich emporklimmen in der Sprachkritik, die das wichtigste Geschäft der denkenden Menschheit ist, so muß ich die Sprache hinter mir und vor mir und in mir vernichten von Schritt zu Schritt, so muß ich jede Sprosse der Leiter zertrümmern, in dem ich sie betrete.

Ich hab mich endlich getraut und das den ersten Band aufgeschlagen.

Weitere Ausschnitte werden folgen. Danke, nw. :-)

... link (1 comment)   ... comment


Donnerstag, 12. Januar 2006
Atwood
Atwoods neues Werk, "Oryx und Crake"; ich mag es, auch wenn es nicht an den "Report der Magd" herankommt, dessen Verfilmung man sich übrigens echt sparen kann.

... link (0 comments)   ... comment


Mittwoch, 11. Januar 2006
Verschwindung
Diese Bauernkollegs verschwinden dann wieder; sie werden den tiefgreifenden Wandel der Sitten nicht überleben. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts kommt ein neuer Geist auf, der die Gegebenheiten des 19. Jahrhunderts vorbereitet: es ist derselbe Geist, der die Philosophie der Aufklärung beseelt. Er wehrt sich gegen die Zulassung der Kinder aus dem Volk zur höheren Schulbildung. Man ist nun der Meinung, daß die Bildung den Reichen vorbehalten bleiben solle, weil ihre Ausdehnung auf die Armen diese den handwerklichen Berufen entfremden und Versager aus ihnen machen würde. Die gesamte Gesellschaft würde unter einem Mangel von nützlichen Handarbeitern und einer Inflation von Unproduktiven zu leiden haben. Diese Meinung faßt die Abneigung gegen die Vermischung der sozialen Klassen in der Schule in die Sprache der Okonomie. Mit diesem Standpunkt bezieht man genau die entgegengesetzte Position zum Denken der Reformer des 17. Jahrhunderts, die in der Bildung das einzige Mittel gesehen hatten, um die Sittlichkeit des Bettelvolks zu heben, Bedienstete und Arbeiter heranzuziehen und den verschiedenen Berufen auf solche Weise tüchtige Arbeitskräfte zuzuführen. Doch haben wir es hier bereits mit dem Thema des sozialen Konservativismus im 19. wie auch des kolonialen im 20. Jahrhundert zu tun, der in der Schule das Vehikel erblickt, welches die modernen und revolutionären Ideen unter das Volk bringt und die Autorität der etablierten Besitzverhältnisse unterminiert. Der Wendepunkt im 18. Jahrhundert ist besonders bezeichnend für einen tiefgreifenden Strukturwandel.

Philippe Ariès: Geschichte der Kindheit. Carl Hanser Verlag 1975. S. 433.

... link (2 comments)   ... comment


Samstag, 7. Januar 2006
Kapitalismus in der Krise II
Hierzulande sind die Steigerungsraten sogar noch höher.

... link (0 comments)   ... comment


Freitag, 6. Januar 2006
Privatisierung
Das Leben des modernen Menschen zerfällt in ein Berufs- und ein Familienleben, die sich häufig den Rang streitig machen, während alles übrige - religiöse und kulturelle Betätigungen und schon ganz und gar Vergnügungen und Zerstreuung - bloßes Beiwerk ist. Die Zusammenkünfte von Freunden, die gemeinsamen Essen und der freundschaftliche Umtrunk sind zu einer schlichten Entspannung geworden, die der Organismus braucht wie eine rasch heruntergeschlungene Mahlzeit, doch ist das für die achtbare Organisation des Lebens ohne Belang: es ist eine überflüssige Dreingabe, ein Luxus, den man gewiß nicht missen möchte, dem man jedoch keine Bedeutung zugestehen will oder dessen man sich womöglich sogar schämt. Im Mittelalter nahm dieser ganze Bereich der gemeinschaftlichen Muße, der heute individualisiert und beschnitten ist, einen wesentlichen Platz innerhalb des Gemeinschaftslebens ein. Es braucht uns hier nicht weiter zu interessieren, daß sein religiöser Ursprung in den mediterranen oder germanischen orgiastischen Kulturen zu suchen ist. Worauf es uns hier vor allem ankommt, ist, daß man sich damals noch keine Vereinigungen vorstellen konnte, die ohne das öffentlich anerkannte verbindende Element der Freundschaft auskommen konnten, ohne die gemeinschaftliche Mahlzeit und die potacio, die gelegentlich zwar durch den Rausch besiegelt wurde, jedoch nicht ausschließlich um des sinnlichen Vergnügens willen - auch heute wissen die Menschen einen anständigen Schluck unter Freunden zu schätzen! -, sondern auch deshalb, weil dieses Vergnügen transzendiert wurde und die sinnliche, physische Gestalt einer religiösen oder rechtlichen Verbundenheit annahm, eines durch den Eidschwur bekräftigten Vertrages, auf dem das gesamte Gemeinschaftsleben beruhte, wie es heute auf unseren Institutionen des privaten und des öffentlichen Rechts beruht. Die moderne Lebensweise wird dann das Resultat zugleich der Trennung von Elementen sein, die einst eng miteinander verbunden waren, der Trennung von Freundschaft, Religion, Beruf, wie der Einschränkung einzelner dieser Elemente, etwa der Freundschaft und der Religion, und schließlich auch der Entwicklung eines anderen Elements, dem das Mittelalter nur sekundäre Bedeutung beimaß: der Familie. Wir werden noch sehen, inwiefern sich diese Entwicklung an der Geschichte der Einstellung zur Kindheit und zur Familie besonders gut verfolgen läßt.

Philippe Ariès: Geschichte der Kindheit. Carl Hanser Verlag 1975. S. 355 f.

... link (1 comment)   ... comment


Kapitalismus in der Krise I
Darüber unterrichtet nun sogar die Polizei.

... link (0 comments)   ... comment


Mittwoch, 4. Januar 2006
Sei Mensch.
„Am Ende müssen wir sehen, was wir einander antun.“ Ein Text zum verehrten Arno Gruen.

Mit Dank an mo. ;-)

... link (0 comments)   ... comment


Online for 7954 days
Last update: 30. Aug, 18:49
status
You're not logged in ... login
menu
links
search
 
calendar
September 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
recent updates
Das mit der "Natur des...
demon driver, 30. Aug, 18:49
Wasteland
wednesday, 30. Aug, 15:32
Worte aus der Vergangenheit
wednesday, 30. Aug, 15:30
Nullwachstum
wednesday, 12. Nov, 19:23
Außerdem ist so...
wednesday, 8. Nov, 10:41

xml version of this page

made with antville