Sonntag, 6. März 2005
Working Poor
1. So ist es auch in Cape Cod, wo die steigenden Mieten für Wohnungen und Häuser die Arbeiterklasse in die Motels abdrängen, wo ein Zimmer im Winter bis zu 880 Dollar Monatsrniete kostet, die in der Touristensaison bis auf 1440 Dollar ansteigen kann. Die Cape Cod Times berichtet über vierköpfige Familien, die in einem Raum zusammengedrängt wohnen, in einem Mikrowellenherd kochen und auf ihren Betten sitzend essen. (Myers, K.C., »af Last Resort«, in: Cape Cod Times vom 25. Juni 2000)

aus: Working Poor, Barbara Ehrenreich

Man stelle sich das vor: z.B. monatlich über 1.200 US-Dollar zu verdienen, und trotzdem zu den Armen zu gehören, weil man sich wegen der Mietkosten u.a. auch keine Krankenversicherung leisten kann. Abscheulich.

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Donnerstag, 3. März 2005
Gefeiert wird im Sommer.

Kein »Aprilscherz«:

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Dienstag, 1. März 2005
Armut und Gesundheit
Trabert kritisiert ferner, viele Kommunen und die Sozialämter verweigerten Obdachlosen die Ausstellung von Krankenscheinen, obwohl sie dazu verpflichtet seien.

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Autonomie
Pflicht ist die Notwendigkeit einer Handlung aus Achtung für das Sittengesetz, mithin eine autonome Handlung.

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Nächtliche Schwerstarbeit.
Was für seltsames Zeug man träumt; das Bewusstsein muß wohl im Schlaf eine es sehr erschreckende Realität verarbeiten.

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Samstag, 26. Februar 2005
Plünderung der Lebenschancen
Das müsste genügen in einer sich als human und zivil beschreibenden Nation.

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Freitag, 25. Februar 2005
Alter Mann, net dumm.
Man soll keinen bremsen, und man soll keinen jagen!

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Mittwoch, 23. Februar 2005
Paduk
"(...) In das letzte Schuljahr fiel auch Paduks plötzlicher Aufstieg. Obschon er dem Anschein nach bei allen unbeliebt war, hatte sich ein kleiner Hofstaat, eine kleine Leibgarde zu seiner Begrüßung versammelt, als er sacht an der Oberfläche auftauchte und ebenso sacht die Partei des Durchschnittsmenschen gründete. Jeder seiner Anhänger hatte irgendein Gebrechen oder «unterschwellige Labilität», wie ein Pädagoge es nach einem Glas Obstsaft vielleicht ausdrücken würde: Der eine Knabe litt unausgesetzt an Furunkeln, ein anderer war krankhaft schüchtern, ein dritter hatte unabsichtlich seine kleine Schwester enthauptet, ein vierter stotterte so stark, daß man hinausgehen und sich eine Tafel Schokolade kaufen konnte, während er sich mit dem B oder P eines Wortanfangs abplagte: Niemals versuchte er, das Hindernis zu umgehen, indem er sich auf ein Synonym verlegte; wenn dann schließlich die Explosion erfolgte, erschütterte sie seinen ganzen Körper und besprengte den Gesprächspartner mit triumphierendem Speichel. Ein fünfter Jünger war ein etwas anspruchsvollerer Stotterer, da sein Sprachfehler die Form einer zusätzlichen Silbe annahm, die dem gefährlichen Wort als eine Art zaghaftes Echo folgte. Den Schutz übernahm ein fauler, affenhafter Jüngling, der mit siebzehn immer noch nicht das Einmaleins konnte, dafür aber imstande war, einen Stuhl hochzustemmen, auf dem ein anderer Schüler, der dickste Zögling der Schule, majestätisch thronte. Niemand hatte bemerkt, wie sich diese ziemlich zusammengewürfelte kleine Schar um Paduk versammelt hatte, und niemand wußte zu erklären, was Paduk eigentlich die Führerrolle verschafft hatte.(...)"

Herr Nabokov, Das Bastardzeichen

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Dienstag, 22. Februar 2005
Animismus
"(...) Die Dialektik von Rationalismus und Irrationalismus, Metaphysik und Positivismus besteht, so meine These, in diesem Funktionswandel von Religion und müßte sich aus ihm heraus aufschlüsseln lassen als religiöse Mitgift in einer gänzlich immanent begründeten, nach eigenen Gesetzmäßigkeiten prozedierenden Gesellschaft, welche sich zwar durch das wechselseitige Handeln der Subjekte konstituiert, diesen aber zugleich über den Kopf wächst und wie ein Naturverhängnis auf sie zurückschlägt. Dieser "Naturcharakter" der gesellschaftlichen Verhältnisse macht es notwendig, die Erklärung des Begriffs Religion durch eine flankierende Erklärung des Begriffs Magie anzureichern, geht es doch bei den magischen Praktiken der "Primitiven" in erster Unie um die Auseinandersetzung mit einer als bedrohlich empfundenen äußeren Natur, und es ist wie im Zusammenhang mit der Religion die Frage zu stellen, inwieweit Magie auch in der gegenwärtigen Gesellschaft von Bedeutung bleibt, wenn hier "Natur" als gesellschaftliche "Natur" eine ähnliche Rolle spielt wie vordem die als beseelt vorgestellte Natur der "Primitiven". Ist nämlich der frühe Animismus getragen von der Vorstellung, die Natur sei durchdrungen und beherrscht von Geistern und Dämonen, so stellt sich das beseelende Moment der gegenwärtigen Gesellschaft in der quasi animistischen Funktion des Geldes ebenso dar wie in der neuen Heilsbotschaft der Naturwissenschaften, die Kräfte der Natur und die biologische Bestimmtheit der Menschen umfassend beherrschen und verändern zu können. Der Punkt, an dem in diesem Zusammenhang die Bestimmungen von Religion und Magie zusammenlaufen, ist der Begriff des Heiligen. (...)"

Jörg Ulrich, Individualität als politische Religion

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Freitag, 18. Februar 2005
Überdruss
Misantrophie ist bürgerlicher Extremismus

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