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Montag, 21. März 2005
Dethematisierung des Rassismus
wednesday, 19:46h
Die Dethematisierung des Rassismus und die Fokussierung der Debatte auf »Gewalt« ermöglicht es weiterhin, die beliebte Gleichsetzung von rechts und links (rechte Gewalt ist wie linke Gewalt und umgekehrt) aufrechtzuerhalten und z.B. Tomatenwürfe auf den Präsidenten mit der Brandschatzung in Lichtenhagen gleichzusetzen. Konsequenz dieser Art von Verdichtung, der Übersetzung des Rassismusproblems in das Thema »gewalttätige Jugendliche«, ist die Tendenz, das Problem des Rassismus zu entpolitisieren, zum pädagogischen Problem umzudefinieren und, wo das nicht reicht, es zu einem juristischen, strafrechtlichen zu erweitern. Mit den Alltagswelten von Jugendlichen in Ostdeutschland, auch denen der meisten der rechten, hat dieser Diskurs wenig zu tun.
Rainer Erb, "Erzeugt das abweichende Verhalten die abweichenden Motive?", aus: "Rechtsradikale Gewalt im vereinigten Deutschland, Jugend im gesellschaftlichen Umbruch", Schriftenreihe Band 319, Bundeszentrale f. politische Bildung, S. 289 ... comment
demon driver,
Montag, 21. März 2005, 20:45
Das hat er gut gesagt. Hinzuzufügen wäre noch, dass diese Dethematisierung in der öffentlichen Diskussion einerseits durch die etablierte Politik stattfindet, die die Unterschiede zwischen links und rechts zunehmend selbst dort nicht mehr sehen will, wo man selbst mal links war, und andererseits aber durch den Rechtsextremismus und seine Sympathisanten selbst, um ganz bewusst die eigenen Verbrechen zu verharmlosen und gleichzeitig den politischen Gegner zu dämonisieren. Und so fügt sich wieder mal zusammen, was zusammengehört.
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